8. Wissenschaftskongress der deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft in Wien

16.03.2018

Vom 15. bis 16. März 2018 fand der 8. Wissenschaftskongress „Abfall- und Ressourcenwirtschaft“ der deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) in Wien statt. Aus dem Kolleg nahmen Martin Simons (I.A.R.), Franziska Meyer (IWARU), Jan Stockschläder (TEER) und Valentin Sommer (OM) teil. Sie stellten Ergebnisse aus ihren Projekten in Vorträgen oder Postern vor. Gastgeber war die Universität für Bodenkultur Wien (Boku Wien).

 
Posterpräsentationen auf dem 8. Wissenschaftskongress der DGAW DGAW

In seiner Eröffnungsrede betonte Prof. Rettenberger die Bedeutung wissenschaftlicher Kongresse in Zeiten von „fake news“. Der wissenschaftliche Diskurs durch Rede und Gegenrede stelle den Weg auf der Suche nach der Wahrheit dar. Anschließend sei der Transfer in die Öffentlichkeit von großer Bedeutung. Die DGAW freut sich mit dem Wissenschaftskongress einen entsprechenden Beitrag leisten zu können, denn die über 100 TeilnehmerInnen kommen nicht nur aus der Forschung, sondern aus allen Bereichen der Abfallbranche (z.B. Bürgerinitiativen, Anlagenbetreiber, Kommunen, Professoren). Durch ihre Vorträge und Posterpräsentationen können die jungen WissenschaftlerInnen untereinander und mit erfahrenen Mitgliedern der Branche ins Gespräch kommen.

Im Anschluss stellte Prof. Huber-Humer die Boku Wien vor. Die ursprünglich landwirtschaftlich orientierte Universität versteht sich inzwischen als interdisziplinäre Hochschule, da viele Forschungsprojekte umfassende Probleme wie den Einsatz von Verbundwerkstoffen oder Nanotechnologie behandeln. Den jungen Wissenschaftlern gab Prof. Huber-Humer den bereits 1993 formulierten Leitsatz ihres Institutes mit auf den Weg: Die Abfallwirtschaft ist an der Natur und an den Menschen auszurichten.

Es folgten die Präsentationen der jungen WissenschaftlerInnen, die den aktuellen Stand ihrer Bachelor- und Masterarbeiten oder Dissertationen präsentierten: Jan Stockschläder und Valentin Sommer stellten gemeinsam eine Potenzialabschätzung von CFK-Werkstoffen aus der Windkraft vor.

Die ausgestellten Poster wurden im Rahmen von drei Postersessions kurz dem Plenum vorgestellt und anschließend direkt an den Postern diskutiert. Von Verbund.NRW präsentierten Martin Simons und Franziska Meyer ihre Promotionsvorhaben: Franziska Meyer ermittelt, wie die Ressourceneffizienz von Verbundkonstruktionen gemessen werden kann. Martin Simons betrachtet die mechanische Aufbereitung von Wärmedämmverbundsystemen zum Recycling.

Der erste Abend endete mit einer Diskussion zum Thema Abfallwirtschaft 2050. Junge, bereits promovierte Wissenschaftler hatten sich im Rahmen eines Workshops mit diesem Thema auseinandergesetzt und präsentierten ihre Ergebnisse sowie Diskussionsanregungen. Anschließend lud die Altstoff Entsorgung Austria (ARA) zur Abendveranstaltung in den „Innovation Space“, ein Projektraum zum Thema Kreislaufwirtschaft, der durch Unternehmer, Künstler, Studierende und Forscher der Universität für angewandte Kunst Wien und der Technischen Universität Wien sowie von Bürgern gestaltet und genutzt werden kann.

Neben weiteren Vorträgen und Posterpräsentationen am zweiten Tag folgte die Bekanntgabe der diesjährigen Stipendiaten. Jan Stockschläder erhielt ein Stipendium zur Finanzierung einer Kamera, mit deren Hilfe Carbonfasern in Müllverbrennungsanlagen beobachtet werden sollen.

Weitere Stipendien, sowie Auszeichnungen für Ihre Vorträge und Poster erhielten:

  • Sven Annas (FH Münster
  • Celina Kuhn (TU Darmstadt)
  • Anna Happenhofer (BOKU Wien)
  • Karoline Owusu-Sekyere (Universität Stuttgart)
  • Simone Neuhold (Montanuniversität Leoben)
  • Marco Wehner (Universität Innsbruck)
  • Albrecht Fritze (TU Berlin)
  • Kay Johnen (RWTH Aachen)

Auch im nächsten Jahr wird der DGAW-Wissenschaftskongress „Abfall- und Ressourcenwirtschaft“ wieder stattfinden. Gastgeber wird vom 14. – 15. März 2019 Prof. Dr. Mario Mocker von der OTH Amberg-Weiden sein. Der Call for papers startet im Juni 2018.